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Altersvorsorge für Selbstständige: Was wirklich funktioniert.

Selbstständige haben keine gesetzliche Rentenversicherungspflicht — außer in bestimmten Berufsgruppen. Das Risiko liegt vollständig bei Ihnen. Aber auch die Freiheit, klüger vorzusorgen als ein Angestellter.

Selbstständiges Paar plant gemeinsam Altersvorsorge und Steueroptimierung

Das Altersvorsorge-Dilemma der Selbstständigen.

Selbstständige stehen vor einer strukturellen Herausforderung: Kein Arbeitgeber zahlt 50 % der Rentenversicherungsbeiträge. Das Einkommen schwankt. Kapital ist im Unternehmen gebunden und fühlt sich nicht wie „Vorsorge" an. Und gleichzeitig läuft die Uhr.

Das Ergebnis: Viele Selbstständige schieben die Altersvorsorge auf — bis es teuer wird. Wer mit 45 anfängt, muss monatlich deutlich mehr zurücklegen als jemand, der mit 35 begonnen hat. Das ist keine Meinung, das ist Mathematik.

Die gute Nachricht: Selbstständige können ihre Altersvorsorge deutlich steuereffizienter gestalten als Angestellte. Rürup-Rente, Holding-Thesaurierung, Immobilien-AfA — die Instrumente sind vorhanden. Mehr zur Liquiditätsstrategie: Liquiditätsplanung für Unternehmer.

Die 5 besten Altersvorsorge-Instrumente für Selbstständige.

INSTRUMENT 1 — EMPFOHLEN

Rürup-Rente (Basisrente): Das stärkste Steuerinstrument für Freiberufler.

Die Rürup-Rente ist speziell für Selbstständige ohne Pflichtversicherung konzipiert. Vorteile: Beiträge bis 29.344 € pro Jahr (2025) vollständig als Sonderausgaben absetzbar, Insolvenzschutz, keine vorzeitige Kündigung möglich (was auch Schutz bietet), Auszahlung frühestens ab 62 als monatliche Rente. Nachteil: keine Flexibilität, kein Erbrecht ohne Zusatzvereinbarung.

INSTRUMENT 2

Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Nur bei eigener GmbH sinnvoll.

Wer eine eigene GmbH hat und sich als Geschäftsführer anstellt, kann eine betriebliche Altersvorsorge nutzen. Bis zu 8.784 € pro Jahr (2025) können steuerfrei und sozialversicherungsfrei eingezahlt werden. Die GmbH zahlt — und setzt den Beitrag als Betriebsausgabe ab. Besonders effizient in Kombination mit einer Holding-Struktur.

INSTRUMENT 3

ETF-Depot: Flexibel, transparent, kein Steuervorteil in der Ansparphase.

Das ETF-Depot bietet maximale Flexibilität: jederzeit zugreifen, vererben, umschichten. Steuerlicher Nachteil: keine Absetzbarkeit in der Ansparphase. Bei der Entnahme gilt die günstige Abgeltungsteuer von 25 %. Sinnvoll als Ergänzung zu Rürup — nicht als Ersatz. Vermögensschutz beachten.

INSTRUMENT 4

Immobilien: AfA als Steuervorteil, Vermietung als Einkommensquelle.

Vermietete Immobilien bieten zwei Vorteile gleichzeitig: Die Abschreibung (AfA) mindert die Steuerlast in der Ansparphase. Im Rentenalter fließen Mieteinnahmen als passives Einkommen. Risiko: Liquiditätsbindung, Klumpenrisiko, Verwaltungsaufwand. Als Beimischung — nicht als alleiniges Standbein — empfehlenswert.

INSTRUMENT 5

Freiwillige Rentenversicherung: Staatliche Rente als Sockel aufbauen.

Wer als Selbstständiger einen Sockel an gesetzlicher Rente aufbauen möchte, kann freiwillig in die Deutsche Rentenversicherung einzahlen. Die Beiträge sind als Sonderausgaben absetzbar. Der Vorteil: garantierte staatliche Rente, Rehabilitationsanspruch, Erwerbsminderungsschutz. Sinnvoll für diejenigen, die Sicherheit vor Rendite stellen.

Die 5 Instrumente im direkten Vergleich.

Instrument Steuervorteil Ansparphase Flexibilität Insolvenzschutz Max. Beitrag (2025)
Rürup-RenteHoch (100 % absetzbar)Sehr geringJa29.344 €
bAV (eigene GmbH)Hoch (steuerfrei AG)MittelJa8.784 €
ETF-DepotKein direkter VorteilSehr hochNeinUnbegrenzt
ImmobilienMittel (AfA)GeringBedingtObjekt-abhängig
Freiwillige RVMittel (Sonderausgaben)MittelJa~18.487 €

Wie viel brauche ich wirklich für die Rente?

Eine einfache Faustregel: 70 % des letzten Nettoeinkommens als monatlichen Rentenbetrag × 12 Monate × 20 Jahre = grober Kapitalbedarf.

Beispielrechnung:
  • Letztes Nettoeinkommen: 5.000 € / Monat
  • Gewünschter Rentenbetrag: 3.500 € / Monat (70 %)
  • Kapitalbedarf (20 Jahre): 3.500 × 12 × 20 = 840.000 €
  • Inflationsbereinigt (30 Jahre Ansparzeit): ca. 1,1 – 1,3 Mio. €

Das klingt viel — ist aber erreichbar, wenn man früh beginnt. Bei 30 Jahren Ansparzeit und 7 % p.a. Rendite (ETF-Langfristschnitt) reichen ca. 900 € monatliche Sparrate, um 840.000 € zu erreichen. Bei Beginn mit 45 statt 35 verdoppelt sich der nötige Beitrag auf über 1.800 €. Zeit ist das wichtigste Kapital.

Strategie zur Liquiditätssicherung während der Ansparphase: Steuern sparen und Holding-Struktur nutzen.

"Selbstständige überschätzen systematisch, was sie im Alter brauchen — und unterschätzen, wie früh sie anfangen müssen. Die Rürup-Rente ist oft der smarteste erste Schritt, weil sie Steuern spart und gleichzeitig Kapital aufbaut."

Thorsten Bader — NLSC Steuer & Vermögensoptimierung

FAQ: Altersvorsorge für Selbstständige

Nicht grundsätzlich. Die Versicherungspflicht gilt nur für bestimmte Berufsgruppen: Handwerker, Lehrer, Erzieher, Pflegepersonen, Hebammen und einige andere. Freiberufler (Ärzte, Anwälte, Architekten) sind in berufsständischen Versorgungswerken pflichtversichert. Gewerbetreibende und die meisten IT-Freiberufler sind frei — und müssen eigenverantwortlich vorsorgen.

Im Jahr 2025 können Selbstständige bis zu 29.344 € (Alleinstehende) bzw. 58.688 € (Verheiratete, gemeinsam veranlagt) als Sonderausgaben für die Rürup-Rente geltend machen. Der Betrag wird zu 100 % anerkannt. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 % ergibt das eine direkte Steuerersparnis von bis zu 12.300 € — jährlich, ohne Ausnahme.

Als Ergänzung — ja. Als alleiniges Altersvorsorge-Instrument für Selbstständige — eher nicht. Das ETF-Depot bietet keinen Steuervorteil in der Ansparphase und keinen Insolvenzschutz. Der Vorteil liegt in Flexibilität und Rendite. Optimal: Rürup-Rente bis zum Höchstbetrag, den Rest in ETF-Depot anlegen.

Sofort — oder spätestens dann, wenn das Einkommen stabil ist. Jedes Jahr, das man wartet, erhöht den notwendigen monatlichen Sparbetrag erheblich. Wer mit 35 beginnt, braucht bei gleicher Zielrendite weniger als die Hälfte des monatlichen Beitrags im Vergleich zu jemandem, der mit 45 startet. Zeit ist das stärkste Instrument der Altersvorsorge.

Altersvorsorge trifft Steueroptimierung.

Die beste Altersvorsorge ist die, die Sie auch steuerlich entlastet — heute und morgen.

Rürup, ETF, Immobilien oder Kombination? Thorsten Bader analysiert Ihre konkrete Situation und entwickelt eine Vorsorgestrategie, die zu Ihrem Einkommen, Ihrer Lebensplanung und Ihrer Steuerstruktur passt.

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