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IAB für GmbH und Co. KG: Was gilt, was nicht.

Der Investitionsabzugsbetrag nach §7g EStG ist ein mächtiges Instrument — aber nicht jede GmbH darf ihn nutzen. Wer berechtigt ist, wie die Voraussetzungen aussehen und wie Sie das Maximum herausholen.

Steuerberater und GmbH-Inhaber besprechen IAB-Strategie

Was ist der IAB — und warum ist er für GmbHs besonders interessant?

Der Investitionsabzugsbetrag (IAB) nach §7g EStG erlaubt es Unternehmern, bis zu 50 % der geplanten Anschaffungskosten eines Wirtschaftsguts vorab steuerlich abzuziehen — bevor die Investition überhaupt getätigt wurde. Das reduziert die Steuerlast im aktuellen Jahr erheblich.

Für GmbHs und Co. KGs ist das besonders attraktiv: Bei einem kombinierten Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuersatz von rund 30 % entsteht durch IAB und Sonderabschreibung ein Liquiditätsvorteil, der direkt in neue Investitionen zurückfließen kann.

Wichtig: §7g EStG gilt grundsätzlich für alle Betriebe — aber GmbHs unterliegen dabei anderen Gewinnermittlungsregeln als Einzelunternehmer. Der IAB setzt voraus, dass das Unternehmen die Gewinngrenze von 200.000 € nicht überschreitet.

IAB-Berechtigung: Wer darf, wer nicht?

Die entscheidende Frage bei Kapitalgesellschaften lautet: Ist die GmbH nach §7g EStG anspruchsberechtigt? Die Antwort hängt von der Gewinngrenze und der Rechtsform ab.

Rechtsform IAB möglich? Gewinngrenze Besonderheit
EinzelunternehmerJa≤ 200.000 € GewinnEÜR oder Bilanz
Personengesellschaft (OHG/KG)Ja≤ 200.000 € GewinnGesamthandsebene
GmbH (reine Kapitalgesellschaft)Eingeschränkt≤ 200.000 € Gewinn (§7g i.V.m. §8 KStG)Nur für begünstigte Betriebe
GmbH & Co. KGJa≤ 200.000 € GewinnÜber die KG-Ebene

Die Gewinngrenze bei GmbHs im Detail

Bei einer GmbH wird der Gewinn nach dem Körperschaftsteuergesetz (KStG) ermittelt. §7g EStG ist grundsätzlich auch auf Körperschaften anwendbar (§8 Abs. 1 KStG), jedoch mit einer entscheidenden Einschränkung: Die GmbH muss als "begünstigter Betrieb" im Sinne des §7g gelten.

Das bedeutet in der Praxis: Der steuerliche Gewinn der GmbH darf 200.000 € nicht übersteigen. Liegt der Gewinn höher, entfällt der IAB — unabhängig von Bilanzsumme oder Eigenkapitalquote.

"GmbH-Inhaber, die IAB nutzen können, haben eine der mächtigsten Kombinationen: KSt-Satz ~30% plus IAB-Vorabzug plus Sonderabschreibung. Das addiert sich schnell auf 80.000 € Steuerersparnis pro Investitionszyklus."

Thorsten Bader — NLSC Steuer & Vermögensoptimierung

Rechenbeispiel: 200.000 € Maschine bei einer GmbH

Eine GmbH plant die Anschaffung einer Produktionsmaschine für 200.000 € (netto). Der Jahresgewinn vor IAB beträgt 180.000 €. So sieht die Steueroptimierung aus:

Position Ohne IAB Mit IAB + Sonderabschreibung
Jahresgewinn (vor Steuer)180.000 €180.000 €
IAB (50 % von 200.000 €)− 100.000 €
Zu versteuernder Gewinn180.000 €80.000 €
KSt + GewSt (ca. 30 %)54.000 €24.000 €
Steuerersparnis30.000 €

Im Investitionsjahr kommt zusätzlich die Sonderabschreibung nach §7g Abs. 5 EStG von 40 % der (um den IAB gekürzten) Anschaffungskosten hinzu. Das erhöht den Gesamteffekt nochmals deutlich.

Praktische Umsetzung für GmbH-Inhaber

Für die Geltendmachung des IAB bei einer GmbH sind folgende Schritte entscheidend:

Wichtig: Wird die Investition nicht innerhalb von 3 Jahren durchgeführt, muss der IAB rückwirkend aufgelöst werden — inklusive Nachzahlungszinsen von 1,8 % pro Jahr (§233a AO).

Kombination IAB + Sonderabschreibung: Der Maximaleffekt

Die stärkste Wirkung entfaltet der IAB in Kombination mit der Sonderabschreibung nach §7g Abs. 5 EStG. Im Jahr der Investition können zusätzlich 40 % der (gekürzten) Anschaffungskosten als Sonderabschreibung geltend gemacht werden — zusätzlich zur regulären linearen AfA.

Für eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Erklärung dieser Kombination empfehlen wir unseren Guide zur Sonderabschreibung nach §7g. Den IAB-Rechner für Ihre konkrete Situation finden Sie unter IAB-Rechner.

Weitere Steueroptimierungsstrategien für GmbH-Inhaber — insbesondere die Kombination mit einer Holdingstruktur oder einer Familienstiftung — finden Sie in unseren weiterführenden Guides. Allgemeine Strategien zur Steueroptimierung und zur Betriebsausgaben-Liste runden das Bild ab.

Häufige Fragen zum IAB für GmbHs

Kann jede GmbH den IAB nutzen? +
Nein. Die GmbH muss die Gewinngrenze von 200.000 € unterschreiten (steuerlicher Gewinn vor IAB). Darüber hinaus gibt es keine separate Bilanzsummen- oder Eigenkapitalquoten-Grenze mehr — seit der Reform 2020 gilt ausschließlich die Gewinngrenze.
Was passiert, wenn die GmbH die Investition nicht umsetzt? +
Wird die geplante Investition nicht innerhalb von 3 Jahren durchgeführt, muss der IAB rückwirkend aufgelöst werden. Es entstehen Nachzahlungszinsen von 1,8 % pro Jahr gemäß §233a AO. Eine gründliche Planung ist daher unerlässlich.
Wie hoch ist der maximale IAB für eine GmbH? +
Der maximale IAB beträgt 200.000 € pro Betrieb und Wirtschaftsjahr — unabhängig davon, wie viele Investitionen geplant sind. Der IAB darf höchstens 50 % der geplanten Anschaffungs- oder Herstellungskosten betragen.
Kann eine GmbH & Co. KG den IAB auf KG-Ebene nutzen? +
Ja. Bei einer GmbH & Co. KG wird der IAB auf Ebene der Kommanditgesellschaft gebildet. Die GmbH als Komplementärin ist dabei irrelevant — entscheidend ist der Gewinn der KG als Gesamtheit.
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