Zahlungsunfähigkeit trotz Gewinn — das ist der gefährlichste Zustand für ein Unternehmen. Wie es dazu kommt, was Sie sofort tun können, und wie Sie es künftig verhindern.
Ein Liquiditätsengpass bezeichnet die Situation, in der ein Unternehmen seine fälligen Verbindlichkeiten nicht mehr termingerecht begleichen kann — obwohl es wirtschaftlich möglicherweise profitabel ist. Gewinn und Liquidität sind zwei völlig verschiedene Dinge.
Ein Unternehmen kann auf dem Papier hohe Gewinne ausweisen, aber trotzdem kein Geld auf dem Konto haben: wenn Kunden nicht zahlen, wenn Steuervorauszahlungen fällig werden, oder wenn saisonale Schwankungen den Cashflow belasten.
Quartalsmäßige Steuervorauszahlungen (März, Juni, September, Dezember) kommen für viele Unternehmer überraschend — vor allem wenn der Gewinn stark gestiegen ist.
Kunden zahlen zu spät oder gar nicht. Offene Forderungen von 60 oder 90 Tagen binden erheblich Kapital, das dem Betrieb fehlt.
In umsatzschwachen Monaten müssen trotzdem Gehälter, Mieten und andere Fixkosten bezahlt werden. Ohne Rücklage führt das zum Engpass.
Zu hohe Investitionen oder ein zu schnell skaliertes Geschäft können den Cashflow überlasten — auch wenn der Umsatz steigt.
Bei Ist-Versteuerung wird Umsatzsteuer erst bei Eingang des Geldes fällig. Bei Soll-Versteuerung jedoch bereits bei Rechnungsstellung — auch wenn der Kunde noch nicht gezahlt hat.
"Ein Liquiditätsengpass ist keine Katastrophe — solange er früh erkannt wird. Wer einen Steuerberater erst anruft, wenn das Konto leer ist, hat zu lange gewartet."
Wenn der Engpass bereits eingetreten ist, zählt jeder Tag. Diese fünf Maßnahmen sollten unmittelbar ergriffen werden:
| Maßnahme | Umsetzung | Wirkung |
|---|---|---|
| Steuerrücklage aufbauen | 25-30 % des Gewinns monatlich zurücklegen | Steuervorauszahlungen überraschungsfrei |
| Cashflow-Planung einrichten | Monatliche Liquiditätsvorschau (13 Wochen) | Engpässe frühzeitig erkennen |
| Zahlungsziele verkürzen | Rechnungen auf 14 statt 30 Tage umstellen | Schnellerer Geldeingang |
| 4-Konten-Modell einrichten | Automatische Aufteilung aller Einnahmen | Strukturelle Liquiditätssicherheit |
| Zuteilungsformular nutzen | Regelmäßige Steuer- und Cashflow-Übersicht | Proaktive Steuerplanung |
Für eine strukturelle Lösung empfehlen wir das 4-Konten-Modell und unseren Guide zur Steuerrücklage berechnen. Den Zusammenhang zwischen Cashflow und Liquidität erläutert der Guide Cashflow. Das Zuteilungsformular hilft bei der proaktiven Steuerplanung. Zur Liquiditätsplanung gibt es weitere Details.
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