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Noch kein Konto?

Das 4-Konten-Modell: Nie wieder Geldstress.

Das einfachste und wirkungsvollste Finanzsystem für Selbstständige und Unternehmer: Vier Konten, klare Regeln, ein Dauerauftrag — und Sie werden nie wieder von einer Steuernachzahlung überrascht.

Unternehmerin verwaltet 4-Konten-Modell am Schreibtisch

Das Prinzip: Geld aufteilen, bevor Sie es ausgeben

Das Problem der meisten Selbstständigen ist nicht fehlendes Geld — es ist fehlende Struktur. Alle Einnahmen landen auf einem Konto, von dem alle Ausgaben abgehen. Das Ergebnis: Man weiß nie genau, wie viel vom verfügbaren Guthaben wirklich "gehört einem".

Das 4-Konten-Modell löst dieses Problem durch konsequente Trennung: Jeder Euro wird sofort nach Eingang aufgeteilt — auf vier Konten mit klar definierten Zwecken. Was auf dem Betriebskostenkonto liegt, können Sie ausgeben. Was auf dem Steuerkonto liegt, gehört dem Finanzamt. Der Rest ist Ihr Puffer und Ihre Zukunft.

Verhaltenspsychologie: Das Modell nutzt das Prinzip der mentalen Kontoführung: Geld, das auf einem separaten Konto liegt und einem konkreten Zweck zugeordnet ist, wird deutlich seltener ausgegeben. Die physische Trennung schafft mentale Klarheit.

Die vier Konten im Detail

Konto 1

Eingangskonto

Alle Kundeneinnahmen landen hier — und nur hier. Dieses Konto ist auf Ihren Rechnungen als Zahlungskonto angegeben. Sobald eine Zahlung eingeht, wird sie sofort auf die anderen Konten verteilt. Das Eingangskonto sollte danach möglichst leer sein.

Zweck: Zentrales Eingangstor. Nicht für Ausgaben nutzen.
Konto 2

Steuerkonto

25–30 % jeder eingehenden Zahlung wird sofort auf dieses Konto überwiesen. Nur für Steuerzahlungen: Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer-Vorauszahlungen. Nicht anrühren für operative Zwecke — niemals.

Empfehlung: 25–30 % der Einnahmen. Tagesgeldkonto mit 2–3 % Zinsen.
Konto 3

Rücklagenkonto

10–20 % jeder Einnahme fließen hierhin. Dieses Konto ist Ihr Risikopuffer: für unvorhergesehene Ausgaben, Investitionen, schlechte Monate. Auch IAB-Investitionen werden aus diesem Konto finanziert. Mindestens 3 Monatsausgaben als Zielgröße.

Zielgröße: 3 Monatsausgaben als Grundpuffer, dann für Investitionen nutzen.
Konto 4

Betriebskosten- & Privatentnahmekonto

Der verbleibende Betrag (nach Steuer- und Rücklage-Transfer) fließt hierhin. Von diesem Konto zahlen Sie alle laufenden Betriebsausgaben und entnehmen Ihr Privatgehalt. Was hier liegt, gehört Ihnen — das können Sie ausgeben.

Rest nach Steuer + Rücklage: ca. 50–65 % der Einnahmen.

"Das 4-Konten-Modell ist der einfachste Weg, um niemals wieder von einer Steuernachzahlung überrascht zu werden. Einmal eingerichtet, läuft es automatisch. Genau das ist das Prinzip des Zuteilungsformulars."

Thorsten Bader — NLSC Steuer & Vermögensoptimierung

Beispielaufteilung: 10.000 € Einnahmen

Konto Anteil Betrag Zweck
Eingangskonto100 %10.000 €Eingang, wird sofort verteilt
Steuerkonto28 %2.800 €ESt, GewSt, USt-Vorauszahlung
Rücklagenkonto15 %1.500 €Puffer, Investitionen, IAB
Betriebskosten & Privat57 %5.700 €Ausgaben + Privatgehalt

Umsetzung: Dauerauftrag einrichten

Das 4-Konten-Modell ergänzt das Zuteilungsformular perfekt: Während das Modell die Struktur gibt, liefert das Formular die genauen Zahlen. Wie Sie die richtige Steuerrücklage berechnen, erklärt der Guide Steuerrücklagen berechnen. Zum Überblick Liquiditätsplanung und Cashflow empfehlen wir die jeweiligen Guides. Für Investitionsplanung aus dem Rücklagenkonto ist der IAB-Guide der richtige Einstieg.

Häufige Fragen zum 4-Konten-Modell

Muss ich wirklich vier separate Bankkonten eröffnen? +
Idealerweise ja — weil die physische Trennung die entscheidende psychologische Wirkung hat. Viele Online-Banken wie N26, Kontist oder Holvi bieten Unterkonten (sogenannte "Spaces" oder "Wallets") kostenlos an. Zur Not funktioniert auch eine Excel-Tabelle mit vier virtuellen Töpfen — aber mit echten Konten ist die Disziplin deutlich höher.
Was ist, wenn ich unregelmäßige Einnahmen habe? +
Das ist kein Problem — das 4-Konten-Modell funktioniert auch mit unregelmäßigen Einnahmen. Sie teilen einfach jede eingehende Zahlung sofort auf, egal ob es 500 € oder 15.000 € sind. Der Prozentsatz bleibt gleich. Gerade bei unregelmäßigen Einnahmen schützt das Modell besonders gut vor Liquiditätsengpässen.
Wie gehe ich mit der Umsatzsteuer um? +
Die Umsatzsteuer gehört nicht zu Ihren Einnahmen — sie ist ein durchlaufender Posten. Überweisen Sie die eingenommene Umsatzsteuer (die Sie von Kunden erhalten) direkt auf das Steuerkonto. Das Steuerkonto übernimmt damit sowohl die Ertragsteuern als auch die Umsatzsteuer-Vorauszahlungen.
Kann ich das Modell auch als GmbH nutzen? +
Ja. Bei einer GmbH sind die Konten häufig schon getrennt (Betriebskonto, Rücklagenkonto). Ergänzen Sie das um ein dediziertes Steuerkonto für KSt und GewSt sowie ein Konto für Gesellschafter-Ausschüttungen (dort hält der Gesellschafter seine persönliche Steuerrücklage). Das Prinzip ist identisch.
System einrichten

Das 4-Konten-Modell mit dem Zuteilungsformular starten.

Das Zuteilungsformular berechnet Ihre individuellen Quoten und gibt Ihnen einen klaren Umsetzungsplan.

Zum Zuteilungsformular Beratung anfragen

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