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Noch kein Konto?

Factoring: Rechnungen sofort in Liquidität umwandeln.

Wer 30, 60 oder 90 Tage auf Kundenzahlungen wartet, verschenkt Kapital. Factoring löst dieses Problem: offene Rechnungen werden sofort in verfügbare Liquidität umgewandelt — ohne Kredit, ohne Schulden.

Unternehmer erhält gute Nachricht über Factoring-Liquidität

Was ist Factoring?

Factoring ist der Verkauf offener Forderungen (Rechnungen) an eine Factoring-Gesellschaft (den "Factor"). Sie erhalten sofort — in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden — einen Großteil des Rechnungsbetrags ausgezahlt, typischerweise 80-90 %. Den Rest (abzüglich Factoringgebühr) erhalten Sie, sobald Ihr Kunde zahlt.

Factoring ist kein Kredit. Es gibt keine Verschuldung, keine Zinsen im klassischen Sinn und keine Beeinträchtigung Ihrer Kreditwürdigkeit. Sie tauschen lediglich eine zukünftige Forderung gegen sofortige Liquidität.

Wichtig: Factoring funktioniert nur bei B2B-Rechnungen (Geschäftskunden). Forderungen gegenüber Privatpersonen werden von den meisten Factoring-Anbietern nicht angekauft. Außerdem müssen die Forderungen frei von Einreden und Gegenrechten des Schuldners sein.

Echtes vs. unechtes Factoring

Der wichtigste Unterschied beim Factoring liegt in der Frage, wer das Ausfallrisiko trägt:

"Factoring wird in Deutschland stark unterschätzt. Wer 200.000 € Jahresumsatz hat und 30 Tage auf Zahlung wartet, bindet unnötig 16.000 € Kapital — die er für Investitionen oder Steuerrücklagen braucht."

Thorsten Bader — NLSC Steuer & Vermögensoptimierung

Vergleich: Factoring vs. Kontokorrentkredit vs. Betriebsmittelkredit

Kriterium Factoring Kontokorrentkredit Betriebsmittelkredit
FunktionsprinzipForderungsverkaufKreditrahmen GirokontoZweckgebundener Kredit
VerschuldungNeinJaJa
Kosten0,5–2,5 % des UmsatzesZinsen (variabel)Zinsen (fix)
AusfallschutzJa (echtes Factoring)NeinNein
Verfügbarkeit24–48 StundenSofort (Rahmen)Wochen (Bewilligung)
Geeignet fürB2B, regelmäßige RechnungenKurzfristige EngpässeGrößere Vorhaben

Full-Service vs. Inhouse-Factoring

Beim Full-Service-Factoring übernimmt der Factor das komplette Debitorenmanagement: Bonitätsprüfung der Kunden, Rechnungsversand, Mahnwesen und Inkasso. Ideal für Unternehmen, die diese Aufgaben auslagern möchten.

Beim Inhouse-Factoring behalten Sie das Debitorenmanagement selbst — der Factor kauft lediglich die Forderungen und stellt die Liquidität bereit. Günstiger, aber mit mehr eigenem Aufwand.

Steuerliche Behandlung der Factoring-Gebühren

Factoring-Gebühren sind Betriebsausgaben — vollständig und ohne Einschränkung abzugsfähig (§4 Abs. 4 EStG). Das reduziert Ihren steuerlichen Gewinn in gleicher Höhe. Bei einem Steuersatz von 42 % trägt der Fiskus damit effektiv 42 % der Factoring-Kosten mit.

Umsatzsteuerlich gilt: Der Forderungsverkauf selbst ist nach §4 Nr. 8 UStG steuerfrei. Die Dienstleistungskomponente (Verwaltungsgebühr, Delkredere-Prämie) ist umsatzsteuerpflichtig — was für Unternehmer mit Vorsteuerabzugsberechtigung kein Problem darstellt.

Mehr zur Verbesserung Ihrer Liquiditätssituation finden Sie im Guide Liquiditätsplanung und bei den Liquiditätsengpass-Strategien. Die Kombination mit dem Cashflow-Management optimiert Ihre finanzielle Steuerung. Das 4-Konten-Modell hilft, Liquiditätsengpässe strukturell zu vermeiden. Zum Thema Steuerrücklagen berechnen empfehlen wir den zugehörigen Guide.

Häufige Fragen zu Factoring

Für wen ist Factoring sinnvoll? +
Factoring lohnt sich vor allem für B2B-Unternehmen mit regelmäßigen Rechnungen, längeren Zahlungszielen (30+ Tage) und einem Jahresumsatz ab ca. 100.000 €. Wachstumsunternehmen profitieren besonders, da der Liquiditätszufluss aus dem Umsatz — nicht aus Krediten — finanziert wird.
Was kostet Factoring konkret? +
Factoring-Kosten setzen sich aus der Factoringgebühr (0,5–2,5 % des Forderungsbetrags, abhängig von Bonität und Volumen) und ggf. einer Vorfinanzierungsgebühr (Zinsen für die Vorfinanzierungsperiode, ca. 4–8 % p. a.) zusammen. Für 100.000 € Jahresumsatz mit 30 Tagen Zahlungsziel sind das ca. 1.500–4.000 € pro Jahr.
Wissen meine Kunden, dass ich Factoring nutze? +
Beim offenen Factoring (der Normalfall) werden Ihre Kunden darüber informiert, dass die Forderung an den Factor abgetreten wurde — sie zahlen dann direkt an den Factor. Beim stillen Factoring weiß der Kunde nichts davon und zahlt wie gewohnt an Sie. Stilles Factoring ist teurer.
Sind Factoring-Gebühren als Betriebsausgabe absetzbar? +
Ja, vollständig. Factoring-Gebühren sind Betriebsausgaben nach §4 Abs. 4 EStG und mindern Ihren steuerlichen Gewinn. Bei einem Steuersatz von 42 % reduzieren sich die effektiven Nettokosten des Factorings damit erheblich.
Liquidität sofort verbessern

Factoring und Steueroptimierung zusammen denken.

Mehr Liquidität bedeutet mehr Spielraum für Investitionen — und damit auch mehr Möglichkeiten für IAB und Steueroptimierung.

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